Gebroth

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Geschichte

Gebroth in alten Ansichten um 1900

Geschichte und Gegenwart des Dorfes Gebroth.

Der Ort Gebroth wird, im Güterverzeichnis des Klosters Eberbach im Rheingau, im Jahre 1211 erstmals urkundlich erwähnt, als Hermann Brucho das von zwei Lehensleuten aus Gebehardisrodte erhaltene Land der Kirche übergab. Anzunehmen ist, daß dieser Landstrich bereits vor Römerzeit besiedelt war; mehrere Funde deuten darauf hin. Eine alte Römerstrasse führte, von Kreuznach kommend, durch den Ort nach Trier und Simmern. Seit 1226 gehörte Gebroth zur hinteren Grafschaft Sponheim und kam im Jahr 1437, zusammen mit dem traditionsreichen Amt Winterburg, zur Markgrafschaft Baden. Heute liegt die anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde im Land Rheinland - Pfalz, im Landkreis Bad Kreuznach, am Oberlauf des Ellerbaches, mitten im Naturpark Soonwald - Nahe. Seit der Verwaltungsreform im Jahr 1970 ist Gebroth ein Teil der Verbandsgemeinde Rüdesheim, bei Bad Kreuznach. Der Gemeinderat besteht aus sechs Mitgliedern und dem Ortsbürgermeister.

 

Gebroth war seit der Reformation Pfarrsitz für mehrere umliegende Gemeinden. Mitten im Dorf, auf einem Felsmassiv, wurde 1580 eine Kirche errichtet, die von einer Schutzmauer umgeben war. Das baufällig gewordene Gotteshaus wurde im Jahr 1906 durch einen Neubau ersetzt. Neben der Kirche steht das alte Pfarrhaus, welches aus dem Jahr 1760 stammt.

Heute nennt sich die Kirchengemeinde "Gebroth - Winterburg". Die Gemeinde wird derzeit von einer Pfarrerin, die in Bockenau wohnt, mitbetreut. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts bestand in Gebroth bereits eine Dorfschule, die damals fast ausschließlich von Knaben besucht wurde. Anlässlich eines Besuches des damaligen Schulinspektors Jakobi, im Jahr 1592, berichtete dieser, in Gebroth sei eine feine Schule eingerichtet, das es eine Freude sei, sie zu sehen. Die Gemeinde besaß bis zum Jahr 1968 eine einklassige Volksschule, die dann aufgelöst wurde. Das Gebäude wurde verkauft und eingerissen. Die Kinder besuchen heute die Grund- und Regionalschule in Wallhausen, sowie Schulen in Hargesheim und Bad Kreuznach. Die Kindergartenkinder sind dem Kindergarten in Winterbach zugeordnet. Der Gemeinderat verkauft schon früh die Wald- und Weiderechte im Soonwald an den Staat, um bereits im Jahr 1906 eine eigene Wasserversorgung zu errichten, die mit Ergänzung und Teilerneuerungen noch heute in Betrieb ist. Das Kanalnetz mit mechanischer Kläranlage wurde 1960 gebaut. Heute ist Gebroth an das Klärwerk Ellerbachtal angeschlossen. Die kleine Gemeinde verfügt über alle notwendigen, öffentlichen Einrichtungen, leider gibt es keine Geschäfte mehr. Die Versorgung der Bevölkerung ist aber durch fahrende Händler im Bereich Bäckereierzeugnisse, Lebensmittel, Obst und Gemüse, sowie Fleischwaren sichergestellt.

 

Die Gemeinde hat sich im Laufe der Jahre von einer rein landwirtschaftlich orientierten, zu einer Wohngemeinde entwickelt. Heute gibt es nur noch drei landwirtschaftliche Haupterwerbsbetrieb, wobei sich ein Betrieb ausschließlich der Reiterei verschrieben hat. Hier hat auch der rührige Reitverein seinen Ursprung. Die alljährlich durchgeführten Reit- und Springturniere sind über die Grenze unseres Landes hinaus bekannt und beliebt.

Ein Großteil der im Erwerbsleben stehenden Einwohner sind Auspendler nach Bad Kreuznach, Mainz und einige fahren sogar bis nach Frankfurt/Main.